Wir sind Helden! Jeden Tag der Woche, jede Minute des Tages, wirklich immer. Und auch wenn du dich gerade nicht so fühlst: Du bist ein Held und du machst das alles ganz toll. Als Inspiration für dich, wie toll alles laufen kann, erzählt heute Maike ihre Heldengeschichte.

Wenn du auch eine Heldengeschichte zu erzählen hast, schreib mir einfach an fraumami.info@gmx.de.


Hallo aus Leipzig! Ich bin Maike Steuer, 35 und Mama von zweien: Meinem dreijährigen Oskar und meinem einjährigen Café homeLE . Dass ich, die Online-Journalistin und Weltenbummlerin, irgendwann mal freiwillig am Herd lande und sechs Tage die Woche vegan/vegetarisch koche und backe backe Kuchen lebe, kam für viele überraschend. Denn ich zähle zur Gattung „Flachwurzler“ und hab im Laufe der Jahre die Fähigkeit perfektioniert, überall und immer wieder neu Wurzeln schlagen zu können, nie mega tief, sondern flächig und weit verzweigt. Und dann kam Oskar. Zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt in meinem Leben. Grad erst von Mumbai nach New Delhi gezogen, neuer Job, Pläne für viele weitere Jahre in Indien, tanzen, leben, aber definitiv nicht, Mama zu werden. Mein Sohnemann sah das anders und brachte mich zurück nach Leipzig, nah ran an meine Familie, denn auch wenn ich ein wagemutiger Mensch bin, alleinerziehend in Indien war nie eine Option.

Was nicht erklärt, wieso es ausgerechnet ein Café werden musste. Wieso nicht weiter schreiben, noch dazu, wo das Internet doch überall ist und „online“ arbeiten viel familienfreundlicher und stressfreier klingt, als tagtäglich an einem Ort zu festgelegten Öffnungszeiten parat stehen zu müssen? Weil die Zeit reif war, für einen kompletten Neuanfang mit dem durchdringenden Gefühl, dass ich am Ende meiner Elternzeit an einer ausgewachsenen Weggabelung angekommen war. Links: Die Sicherheit. Der halbgare Teilzeitjob, der für mich als Single-Mama „machbar“ gewesen wäre. Eine regelmäßige Geldeinnahmequelle fernab der schnelllebigen, schwer planbaren Medien. Nicht mehr und nicht weniger.

Und rechts ein unbefestigter Weg mit unbekanntem Ziel, aber einem Wegweiser Richtung „Glück“!

Aber wollte ich diesen Ausflug im wahrsten Sinne unternehmen? Konnte ich das mit dem Gründen und was sollte es werden? Der Zeitpunkt schien reif, endlich ein Projekt anzugehen, an das ich schon seit Anfang 20 gerne Gedanken verschwendet habe, egal wo ich grade lebte. Ein eigenes Café – gemütlich, wie das heimische Wohnzimmer, offen für Menschen aus aller Welt, mit einem eigenen Raum für Kinder und lecker Kaffee und Kuchen.

Denn in meinem neuen Kiez im Leipziger Norden gab´s nix café-ähnliches, dafür aber jede Menge kaffeebegeisterte Menschen, große wie kleine und dieses Gefühl, das mir sagte: Hier bin ich richtig! Richtiger, als in jedem der Medienunternehmen, die mich in den letzten Wochen eingeladen hatten, nur um dann im Vorstellungsgespräch auf mehr oder minder direkte Weise zu verdeutlichen, dass mein Kind „ein Problem“ für sie darstellte.

Alleinerziehend zu sein, ist an guten Tagen wie ein Spaziergang am See – sehr entspannend und einfach nur schön.

Doch ich würde lügen, wenn dieses rund um die Uhr verantwortlich sein mich nicht verändert hätte. Früher habe ich es geliebt, mich an freien Tagen einfach treiben zu lassen. Aufstehen, wann ich wollte, ohne Blick auf die Uhr, spontan auf einen Kaffee treffen, ein Buch an einem Stück lesen oder ein Wochenende weg zu fahren. Mir fehlt diese Unabhängigkeit, die Möglichkeit „einfach mal so“ für mich was machen zu können.

Umso heiliger ist mir mein Montag als einzig doppelt freier Tag der Woche. Kein Café, kein Kind, nur ich und ein paar Stunden nix – fast. Klar, gibt’s immer irgendwelche Termine, café-relevante Dinge, die Beachtung verlangen, aber die schiebe ich am Anfang der Woche so weit wie´s geht von mir weg. Einfach nur mal schweigend, allein durch die Stadt laufen, in Ruhe irgendwo einen Kaffee trinken, ein bisschen shoppen oder das schöne Wetter genießen, ich find´s herrlich! Gleiches gilt für meine Ausflüge auf die Salsa-Tanzfläche. Seit über zehn Jahren bewege ich mich im Grundschritt durchs Leben und könnte nicht mehr ohne. Einfach den Kopf ausschalten, die Musik und den Tanz genießen – für mich Entspannung pur und inzwischen richtiger Luxus.

Wenn ich mir etwas wünschen dürfte, dann wäre es eine neue Liebe. Denn alleinerziehend bringt zwangsläufig auch eine emotionale Einsamkeit mit sich. Ich bin gerne Mama, aber ich wär auch gern wieder mehr Frau mit einem Mann an meiner Seite, der das „stark sein“ ab und an mal für mich übernimmt.

Hast du noch einen Tipp für andere Alleinerziehende, wollte die liebe Carina von mir wissen. Von wegen raus aus dem Hamsterrad und so… Schwierig, aber für den Anfang: Halte das Ding doch einfach mal an, steig aus und überlege, warum, wieso und weshalb du dich grad so abstrampelst. Wer oder was sorgt für den Stress, frisst dir die Zeit, macht dich unglücklich? Und was ließe sich dran ändern, so rein hypothetisch erst mal. Mit der Zeit werden diese Gedanken ein Eigenleben entwickeln. Vielleicht eines, das dir so richtig gut gefällt 😉 Nur Mut!

Sei dabei, lass dich inspirieren und erhalte Regelmäßig Post von Fraumami! Trag dich gleich ein! Sign up