Jawohl, Frau Mami ist jetzt auf dem Selbstfindungstrip! Und das ist kein New-Age-Eso-Hippie- Fall von abgehobener kultivierter Wahnhaftigkeit, sondern pure Logik.

Mami ist unglücklich = Mami hat schlechte Laune = Kind ist unglücklich = Kind hat schlechte Laune = Mami ist noch unglücklicher, genervter und hat noch schlechtere Laune.

Das Internet ist voll von Büchern, Videos und Onlineseminaren, die einem helfen wollen, auf den richtigen Weg zu kommen. Also suche ich mir einen Kurs raus (ok es waren eigentlich drei Kurse, Fraumami ist äußerst ungeduldig) und lege los. Anfangs bin ich hochmotiviert, mache meine „Hausaufgaben“ und gönne mir Ruhepausen (ich habe gerade Urlaub). Zusätzlich mache ich mehr Sport und bin zuversichtlich, dass bald alles besser wird. Kaum geht die Arbeit wieder los, vergesse ich, was der nette Mann in dem Onlinevideo gesagt hat und hänge meinen genervten Gedanken nach. Drei Stillpoints jeden Tag. Aha. Früher aufstehen, damit man morgens zwanzig Minuten nur für sich hat. Aha. Früher das ruhige Bett verlassen um ruhig auf der Couch zu sitzen? Wenn ich noch früher aufstehe, fehlt mir meine tägliche Dosis Koma und ich weiß nicht, ob ich dafür bereit bin.

„Ich kann nicht ist Kindersprache für Ich will nicht“, sagt mir eine Freundin. Aha. Also stelle ich meinen Wecker eine halbe Stunde eher und versuche meinen inneren Panikmacher wenigstens für kurze Zeit zum Schweigen zu bringen.

Nach einigem Üben gelingt es mir tatsächlich mich zu entspannen und mir ein Ziel für den aktuellen Tag zu setzen.

Meistens ist es etwas banales wie entspannter zu sein oder den Tag zu genießen.

„Gut“, denke ich und bemühe mich, den Vorsatz nicht schon eine Stunde später wieder vergessen zu haben. Abends kämpfe ich gegen die Müdigkeit und ziehe mein selbstauferlegtes Sportprogramm durch, mache „Hausaufgaben“ und schließe den Tag mit dem letzten Stillpoint ab. Dann falle ich ins Bett und träume das erste Mal seit Jahren noch wirreres Zeug als sonst. Nach wenigen Tagen kommt jedoch die erste Überraschung. Ich fühle mich erholt und ausgeschlafen! Ich! Das letzte Mal, dass ich mich erholt gefühlt habe, war zu Schulzeiten. Wildfremde Leute stellen sich plötzlich neben mich und beginnen ein Gespräch mit mir. Scheinbar hat meine furchteinflößende Ausstrahlung nachgelassen! Ein Nachbar schließt sich wortlos dem Hundespaziergang an und macht die Gassirunde zu einer netten Begegnung. Auf dem Parkplatz werde ich von einem Pärchen angesprochen und wir gehen lustig schwatzend zusammen den Weg in die Stadt. Mein Arbeitgeber ist plötzlich lustig, offen und erzählt mir von seiner Vergangenheit. Zwar gefällt mir mein Job deswegen nicht wirklich besser, aber das Arbeitsklima ist angenehmer. Auch mein Rücken bringt mich nicht mehr um und macht sich nur noch gelegentlich bemerkbar.

So fühlen sich also ausgeglichene Menschen.

Meine dauerschlechte Laune ist ebenfalls verschwunden. Stillpoints also. Und große Gedanken. Aha. Klingt simpel.

Mein Umfeld ist mehr oder weniger unbegeistert und hält mich jetzt für vollkommen übergeschnappt und verzweifelt. Goldlöckchen hingegen dankt mir meine neue Ausgeglichenheit mit mehr Ruhe, weniger Wutanfällen und vielen vielen Schmuseeinheiten.

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