Weihnachten ist vorbei und Januar, der Monat der Versicherungen, Gebühren, Steuern und leeren Geldbeutel, hat begonnen. Vor allen Dingen als Alleinerziehende ist dieser Monat nach Weihnachten einer der Härtesten. Damit keiner von euch am Hungertuch nagen muss, wird’s höchste Zeit für eine Liste aller Zuschüsse, Hilfen, Einmalzahlungen und Beiträge, auf die ihr als Alleinerziehende Anspruch habt.

Achtung: Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Richtigkeit. Alle Haftungsansprüche sind ausgeschlossen.

Kindergeld

Kindergeld ist keine Sozialleistung, sondern eine steuerliche Ausgleichszahlung, auch wenn es hauptsächlich von Familienkasse ausbezahlt wird. Kindergeld soll das steuerliche Existenzminimum eines Kindes freistellen und die Grundversorgung des Kindes gewährleisten. Der Anspruch auf Kindergeld entsteht automatisch, trotzdem muss ein schriftlicher Antrag gestellt werden. Alle relevanten Informationen zum Kindergeld gibt’s auf www.kindergeld.org

Kinderzuschlag

Der Kinderzuschlag kann beantragt werden, wenn berufstätige Eltern nur über ein geringes Einkommen verfügen. Mit ihm soll verhindert werden, dass Eltern zusätzlich auf Arbeitslosengeld II angewiesen sind. Die Bedingungen des Kinderzuschlages sind nicht so leicht zu durchschauen. Bei netmoms erfahrt ihr, wie der Kinderzuschlag berechnet wird und was man bei einem Antrag beachten muss.

HarzIV für Kinder

Seit einigen Jahren kann man im Bedarfsfall nicht nur für sich selbst Harz IV beantragen, sondern als Alleinerziehende auch fürs eigene Kind. Die Regelsätze für Alleinerziehende findet ihr hier.

Einmalzahlungen wie Erstausstattung bei Wohnung, Schwangerschaft etc.

Für Harz IV Empfänger: Wenn Ihr Harz IV bezieht, habt ihr im Normalfall auch Anspruch auf gewisse Einmalzahlungen bzw. eine Erstausstattung. Meist geht es hierbei um die Erstausstattung für eine Wohnung, bei Schwangerschaft oder Kleidung. Diese wird zusätzlich zum Regelbedarf gewährt. Zwar reichen die Beihilfen meist nicht aus, um sich eine komplette Erstausstattung anzuschaffen, dennoch können sie eine zusätzliche Hilfe sein.

Für Nicht-Harz IV Empfänger: Auch Alleinerziehende ohne Bezugsschein haben bei verschiedenen Einrichtungen Chancen auf eine Erstausstattung. Bei der Caritas kann beispielsweise eine Babyerstausstattung bei geringem Einkommen beantragt werden. Genauere Informationen erhaltet ihr vor Ort. Hier gilt: Nachfragen lohnt sich auch bei anderen Einrichtungen!

Kinderschutzbund

Eltern mit geringem Einkommen können sich – auch ohne Bezugsschein – an den Kinderschutzbund wenden. Dieser übernimmt dann regelmäßig Kosten für Kleidung, Windeln etc. Anfragen einfach schriftlich oder telefonisch an den Kinderschutzbund richten.

Kinderhilfswerk

Das Kinderhilfswerk befasst sich Schwerpunktmäßig mit Kinderarmut in Deutschland und bietet diverse Projekte, wie beispielsweise Schulranzen-Übergaben, an. Für mehr Informationen schaut ihr am Besten direkt beim Kinderhilfswerk vorbei.

Betreuungskosten

Krippe, Kindergarten und Hort können das Bankkonto schnell lehren. Vor allen Dingen für alleinerziehende Geringverdiener lohnt sich das Arbeiten auf den 1. Blick nicht wirklich. ABER: Bei geringen Einkommen kann – auch ohne Bezugsschein – eine Erstattung der Betreuungskosten bei zuständigen Jugendamt beantragt werden. Der Antrag gilt für 6 Monate und muss dann erneut eingereicht, geprüft und bewilligt werden.

Wohngeld

Bei Wohngeld handelt es sich um eine Sozialleistung, das bedeutet, dass die Auszahlung an eine bestimmte Einkommensgrenze gebunden ist. Um Wohngeld beantragen zu können, müsst Ihr über ein Mindesteinkommen verfügen, so soll der Missbrauch von Wohngeld vermieden werden. Seit dem 1.1.2016 beträgt der Regelsatz für Alleinstehende 404 €. Mehr Infos gibt’s hier.

Kinderfreibeträge

Kinderfreibeträge sind eine Alternative zum Kindergeld und betragen insgesamt 7.008 € im Jahr bzw. 3.504 € pro Elternteil, wenn diese getrennt leben. Die Kinderfreibeträge kommen zum Tragen, wenn eine alleinerziehende Mutter mindestens 33.000 € im Jahr verdient. Falls der Vater des Kindes seiner Unterhaltspflicht nicht zu mindestens 75 % nachkommt, kann die Übertragung des halben Kinderfreibetrages beantragt werden. Alles Wichtige zum Kinderfreibetrag findet ihr bei den netmoms.

Steuer

Als Alleinerziehende könnt ihr die Kinderbetreuungskosten, die beispielsweise durch eine Tagesmutter oder ein Au-pair entstanden sind, zu zwei Dritteln, aber maximal 4000 € pro Jahr von der Steuer absetzen. Normalerweise können Kinderbetreuungskosten bis zum 14. Lebensjahr geltend gemacht werden. Wenn ein Kind auf Grund einer Behinderung nicht für sich selbst sorgen kann, verlängert sich dieser Zeitraum.

Sozialhilfe

Bei der Sozialhilfe werden Lebensunterhaltskosten wie Lebensmittel, Kleidung, Unterkunft oder Heizkosten übernommen. Als Alleinerziehende könnte unter Umständen ein Anspruch auf Sozialhilfe bestehen, wenn

  • ihr nicht mehr als 3 Stunden täglich arbeiten könnt, z. B. wegen fehlender Betreuung
  • ihr nicht voll erwerbsgemindert seid
  • euer Kind nicht älter als 15 Jahre alt ist.

Elterngeld

Elterngeld wird einkommensabhängig für max. 22 Monate ausbezahlt und soll Eltern in den ersten Monaten eine Reduzierung oder Unterbrechung ihrer Erwerbstätigkeit ermöglichen. Hier können maximal 14 Monatsbeiträge Basiselterngeld in Höhe von 1.800 € und maximal 8 Monatsbeiträge Elterngeld Plus in Höhe von 900 € beantragt werden. Darüber hinaus gibt es außerdem einen Geschwisterbonus und einen Mehrlingszuschlag. Eine Beratung wird beim Elterngeld empfohlen, da es sehr komplex ist. Mehr Informationen erhaltet ihr hier auf  www.elterngeld.net/

Landeserziehungsgeld

Landeserziehungsgeld ist eine freiwillige Leistung der Bundesländer Bayern, Sachsen und Thüringen, die im Anschluss an das Elterngeld gezahlt wird. Die Voraussetzungen und auch die Höhe sind in den Bundesländern unterschiedlich geregelt. Hier findet ihr eine Übersicht für alle drei Bundesländer.

Kommunen (Klassenfahrt, Bücher, Ferien)

In euren Städten, Kommunen und Dörfern gibt es oft individuelle Angebote für Freizeit, Hilfen für Klassenfahrten oder zum Schulstart. Entweder wendet ihr euch direkt an die Stadt oder ihr fragt im Jugendamt oder bei sozialen Trägern wie der Caritas nach.

Sei dabei, lass dich inspirieren und erhalte Regelmäßig Post von Fraumami! Trag dich gleich ein! Sign up