Viel Zeit ist seit dem Start meines Experimentes vergangen. Falls du nicht weißt, von welchem Experiment ich spreche, kannst du hier nochmal kucken.

Ich habe mir vorgenommen, meinen Alltag freier, kreativer und glücklicher zu gestalten. Weniger Pflichtgefühl und dafür mehr Spaß. Neue Dinge auszuprobieren und endlich richtig zu Leben, statt nur den riesigen Berg aus Pflichten abzuarbeiten, Tag für Tag. Und ich kann euch ehrlich sagen:

„Das war und ist alles andere als leicht.“

Zumindest für mich. Gerade als Alleinerziehende hat man oft viel zu tun, wenig Zeit und wenig Geld. Und diese Kombination macht es so schwierig, aus dem Hamsterrad auszusteigen. Drei Tage keinen Haushalt machen? Danach kann man die Wohnung anzünden und umziehen. Eine Woche nicht arbeiten, weniger arbeiten oder nur das was Spaß macht? Klingt super, ich bezahl dann auch nur die Rechnungen, die hübsch verpackt in meinem Briefkasten landen. Und meinem Chef stricke ich in der freien Zeit einfach eine hübsche Mütze, die zu seinem wutentbrannten roten Kopf passt.

Und trotzdem….

Der Gedanke des Experiments hat mich nicht losgelassen und ich habe beschlossen, die Angst einfach mal Angst sein zu lassen und das erste Mal in meinem Leben nicht pflichtbewusst und verlässlich zu sein. Nein, einmal in meinem Leben wollte ich ohne Angst meinem Glück hinterherjagen.

Das Leben ist doch viel zu schnell vorbei und alle Chancen verpasst.

Was ich in den ersten zwei Wochen erlebt habe, könnt ihr hier nochmal nachlesen.

Mein Fazit? Bitte mehr von dieser Art von Leben! Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, es wäre einfach, das Pflichtgefühl gehen zu lassen. Nein, es ist ein tägliches Lernen. Aber es war jeden Tag wert. Und die Wahrheit ist, ich habe nicht weniger gearbeitet, eher mehr. Nur eben anders. Statt das Goldlöckchen in den Kindergarten zu schaffen, stets den Blick auf die Uhr, nach Hause zu hetzen und einen Artikel nach dem anderen zu schreiben, nebenbei alle 5 Minuten Facebook zu checken, ein Foto auf Instagram zu posten und mir neue spannende Themen für Fraumami aus den Fingern zu saugen, bin ich später aufgestanden, habe in Ruhe mit meinem Goldlöckchen gefrühstückt und es eigenartigerweise trotzdem pünktlich in den Kindergarten geschafft. Danach bin ich erst einmal in Ruhe eine große Runde mit unserem Hund „Schwein“ spazieren gegangen, um mich dann mit Freunden zum Frühstücken zu treffen. Danach habe ich mich gut gelaunt, gelöst und äußerst kreativ an die Arbeit gemacht.

Und?

Ich habe alles geschafft! Nur eben schneller.

Warum?

Weil ich nicht gestresst, dafür aber gut gelaunt und ausgeglichen war.

Plötzlich hat mich abends eine riesen Lust gepackt, den ätzenden Artikel (der aber super bezahlt war) auf einen Schlag zu recherchieren, zu schreiben und zu layouten. Bis spät in die Nacht bin ich also an meinem Laptop gesessen, mit einem Glas Wein in der Hand. Wenn im Radio ein gutes Lied gekommen ist, habe ich lauter gedreht, bin aufgestanden und habe getanzt. Das waren die guten Tage.

Es gab auch andere Tage, an denen ich mich gefragt habe, was zur Hölle ich da eigentlich gerade tue. Die Miete gehört bezahlt, Essen gekauft und Ende des Monats sollte mal etwas anderes als ein Minus auf dem Konto sein. Nur Arbeiten wenn es gerade passt ist super, aber was wenn es nie passt? Was wenn ich die nächsten zwei Wochen einfach überhaupt keine Lust habe? Was, wenn Goldlöckchen nächste Woche krank wird und ich die Woche davor nur mit Selbstverwirklichung beschäftigt war, statt mit Geldverdienen? Also habe ich mich wieder wie eine Besessene in die Arbeit gestürzt und bis tief in die Nacht gearbeitet, um in kurzer Zeit möglichst viel zu schaffen. Wer weiß, was Morgen ist. Vielleicht geht die Welt unter, dann könnte ich wenigstens mit etwas Geld auf meinem Konto sterben. Immer wieder bin ich in die selbe alte Falle von hirnloser Fremdbestimmtheit getappt und war gefangen im schier endlosen Stress.

Wie ein blinder dunkler Fleck hat sich der Stress über mich gelegt und mir alle Sicht vernebelt.

Ohne, dass ich es bemerkt habe… Meistens habe ich erst bemerkt, wie gestresst ich bin, wenn ich das Goldlöckchen angemotzt habe und am Liebsten laut gebrüllt hätte, weil plötzlich alles wieder so schwer war.

In den Momenten, in denen ich mal nicht panisch und neurotisch war, hat das Leben plötzlich wieder Spaß gemacht und alle Probleme haben sich irgendwie von selbst gelöst. Plötzlich war ich wieder kreativ und etwas zu erschaffen hat Spaß gemacht, statt nur quälende Routine zu sein. Dafür habe ich gestern das erste Mal seit Jahren wieder voller Freude gebacken! Ein ungewohntes und tolles Gefühl! Von? Mh, ich würde es mal Spaß nennen. Bitte mehr davon. Ich habe endlich den Mut aufgebracht, die seit Jahren geplante Fernreise einfach zu buchen und mich ins Abenteuer zu stürzen. Es geht für 2 Wochen nach Thailand! Nur ich und das Goldlöckchen. Natürlich erfahrt ihr hier mehr.

Aus diesem freien Zustand sind außerdem neue Ideen entstanden und eine neue Gelassenheit. Mir ist es immer öfter egal, was andere Leute von meiner Arbeit halten.

Dem Verlag gefallen meine Illustrationen nicht? Gut, der weiß ja nicht, was ihm entgeht. Außerdem erhalten 99 % eine Absage, also wieso stresse ich mich überhaupt so? Dem Kunden gefällt mein Portfolio nicht? MIR E-G-A-L! Statt zu überlegen, was ich produzieren könnte um gut anzukommen, setze ich mich jetzt hin und arbeite an meinem eigenen Stil, meinen eigenen Ideen. Wenn ich mit meinen eigenen Sachen scheitere, dann hatte ich wenigstens Spaß daran. Keiner will Fraumami lesen? Ok, dann eben nicht. Aber ich habe in dieser Zeit eine Menge über Marketing, SEO und anderen Kram gelernt.

Dafür habe ich aufgehört alle fünf Minuten Facebook und Co. zu checken, Emails zu beantworten, offene Jobangebote für Freelancer zu suchen oder am Handy zu hängen. Stattdessen habe ich mir für Social Media und die Email-Beantwortung feste Zeiten gegeben und lasse das Handy nachmittags immer öfter zuhause.

Was jetzt der große Unterschied in meinem Leben ist?

Die Einstellung. Wenn ich es schaffe, ruhig und gelassen zu sein, wirklich zu sein und nicht nur so zu tun, ergibt sich der Rest von allein. Das ist ein bisschen so wie beim Dating: Wenn du auf Teufel komm raus einen Partner suchst, werden alle vor dir flüchten, weil sie deine Verzweiflung riechen.

Und nachdem mein Hirn jetzt durch die Stressreduktion endlich wieder Energie zum Arbeiten hat, sind einige neue Projekte entstanden. Erstmal zwar nur die Ideen davon, aber ein paar dieser Ideen betreffen auch Framami. Im Laufe der nächsten Monate wird es neue Angebote für euch geben. Welche genau, erfahrt ihr natürlich noch. Solltet ihr Wünsche oder Anregungen haben, nur her damit!

Außerdem plane ich einen neuen Roman, den ich euch bis zur kompletten Fertigstellung kostenlos als Art Fortsetzungsroman zur Verfügung stelle. In dieser Zeit dürft ihr aktiv mitgestalten, Verbesserungsvorschläge bringen oder Änderungen fordern.

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