Und hat keine Ahnung was es heißt, Mutter zu sein. Oder was Mütter den ganzen Tag leisten.

Scheinbar hält sich unter Männern nach wie vor das hartnäckige Gerücht, dass Kindererziehung nicht nur ein reines Zuckerschlecken ist, sondern auch noch eine riesige Party mit Luftballons, Hüpfburg und einem Esel zum Reiten.

„Kindererziehung ist Selbstverwirklichung“

hat neulich eines dieser Männlein zu mir gesagt. Gott sei Dank war es nicht Goldlöckchens Vater, die wäre sonst eine Halbwaise.

Kinder machen absolut Spaß, sind unverzichtbare wunderbare kleine Schmarotzer, die man trotz Schreien, Quengeln und ständigen klebrigen Fingern und der andauernd laufenden Schnodder-Nase liebt, wie sonst nichts anderes. ABER: Das bedeutet nicht, dass Mütter nicht auch mal davon träumen ein Buch zu lesen, alleine auf die Toilette zu gehen, nicht alle zwei Minuten „Mama, schau mal!“ zu hören oder ab und zu gerne abends nach 19 Uhr ohne Kind unterwegs wären. Manchmal scheint es fast so, als wäre unsere aufgeklärte Zeit nicht halb so aufgeklärt, wie sie vorgibt zu sein. Nach wie vor sind in den meisten Köpfen Frauen für die Kindererziehung zuständig. Und für den Haushalt. Und fürs Geldverdienen.

Manche Männlein scheinen nach wie vor patriarchisches und schmückendes Beiwerk zu sein, vereint im Walde der Missverständnisse.

Ich bin ja jetzt einfach mal mutig, bekenne Farbe und lasse meine Strumpfhosen runter: Ich liebe es, um 2 Uhr nachts aufzustehen und jeden Tag dicke Augenringe zu haben. Ich bin vernarrt in meine neue Bettgehzeit (spätestens 21 Uhr) und blicke verächtlich auf alle kinderlosen Freunde, die einfach mal so (unter der Woche!) in eine Bar gehen. Der Haushalt ohne Kinder, die ständig dazuwischen funken, macht mich glücklich und zufrieden. Mehr brauche ich nicht in meinem Leben. Das ständige „Maaammma!“ zu jeder Tages- und Nachtzeit ist kein Lärm in meinen Ohren, sondern pure Musik. Alleine auf dem Spielplatz, bin ich stets von 20 fremden Kindern umgeben, die mir von ihrem Lieblingsbagger erzählen. So kommt bei mir nie ein Gefühl der Einsamkeit auf. Unterhaltungen mit anderen Erwachsenen ohne ein ständiges „Mama, schau mal was ich kann!“ fühlen sich leer und irgendwie falsch an. Hobbys? Pah, ich bitte dich. BRAUCH ICH NICHT!

Kindererziehung ist Selbstverwirklichung! Haushalt auch! Absolute, reine und pure Selbstverwirklichung. Damit ist nun auch endlich das ewige Geheimnis gelüftet, warum sich so viele Männlein immer vor den lästigen Aufgaben des Alltags drücken wollen:

Angst vor Wachstum und Entwicklung! Angst vor purer Freude!

Und was macht Goldlöckchen, während ich verbittert an meiner Selbstverwirklichung arbeite? Die singt und tanzt beim Putzen, erzählt fremden Frauen von ihrem Lieblingsbagger und hängt sich alle fünf Minuten mit einem lauten „Maammma!“ an mich.

 

Lust auf mehr Geschichten des Monats? Lies hier. Lust auf Selbstverwirklichung? Oder willst du aus dem Alltag ausbrechen? Dann ließ meine dreiteilige Experiment-Reihe.

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