Da sitze ich nun in meinem neuen selbstbestimmten Leben und bin schon wieder in die Falle getappt. Statt der neuen Freiheit, habe ich alte Zwänge heraufbeschworen und den Vorhang zugezogen. Nach der ersten Freude über das neue Leben in selbstständiger Selbstständigkeit, habe ich das alte Korsett hervorgeholt und über die neue Unabhängigkeit gestülpt. Geschnürt mit Angst, Panik und ständigen Schuldgefühlen.

Da sitze ich nun, Nägel beißend, gestresst, mit mahlendem Kiefer und angespannten Schultern und frage mich andauernd, wie ich die ganzen Rechnungen denn nur bezahlen soll.

Wie eine Irre schicke Portfolios raus und renne meinem Redakteur wegen neuer Aufträge hinterher. Wenn Goldlöckchen spielen will, schnauze ich sie an und schicke sie weg, nur um weiterhin vor meinem Laptop Ausschreibungen durchzuklicken und an Artikeln rumzubasteln.

Plötzlich macht die neue Freiheit keinen Spaß mehr und fühlt sich so gar nicht frei an.

Plötzlich fühle ich mich genauso gefangen wie immer. Nur weiß ich diesmal, dass das Problem nicht mein Job ist. Das Problem bin ich ganz allein. Ich und meine Zwänge, die Angst und Panik. Wenn ich nicht arbeite, fühle ich mich faul und habe ein schlechtes Gewissen. Also arbeite ich Tag und Nacht, bis ich nicht mehr produktiv bin, nichts mehr produzieren kann und will und mir ganz schwindlig ist vor lauter Social Media, Marketing und Internetgedöns.

Goldlöckchen spürt die Veränderung noch bevor ich überhaupt merke, dass etwas nicht stimmt und reagiert auf ihre Weise. Mit Wutanfall und Wutanfall und Wutanfall. Also werde ich auch immer wütender und unzufriedener. Und immer weniger kreativ und produktiv. Plötzlich erwische mich selbst, wie ich mit den Zähnen knirsche und überlege, ob ich wieder mit dem Rauchen anfangen soll.

Aber was nun?

Ein Plan muss her. Wie aufs Stichwort stolpere ich über die Webseite von Catherine Behan. Catherine hat ihre Tage mit Arbeit und Stress verbracht, stets mit dem Gedanken „Ich schaffe es sowieso nicht“, bis sie eines Tages genug davon hatte und nur noch tat, worauf sie Lust hatte. Catherine gab die Überzeugung auf, es sowieso nicht zu schaffen und dachte stattdessen, dass auf jeden Fall für sie gesorgt werde, wenn sie glücklich, dankbar und zufrieden sei. Gott, das Universum oder wer auch immer, würde sie auf keinen Fall fallen lassen, wenn sie bereit war, den inneren Kampf endlich aufzugeben, loszulassen und glücklich zu sein.

Klingt einfach. Oder auch nicht. Für Leute wie mich klingt es grauenhaft und gruselig. Aber Fraumami ist durchaus lernwillig und noch dazu neugierig. Das Leben muss einfach mehr bieten als routinierten Alltag, Rechnungen und verspannte Schultern.

Also, um es mit Barney Stinsons Worten zu sagen: „Herausforderung angenommen!“

Ab heute wird einen Monat endlich richtig gelebt! Es wird nicht mehr „Nein!“ gesagt, wenn das Schicksal an die Tür klopft und eine Party mit mir feiern will. Ab heute wird die Türe freudig aufgerissen, die Mucke angemacht und das Bier kalt gestellt. Ab heute nehme ich mir wieder Zeit für mich, ohne schlechtes Gewissen. Und ab heute nehme ich mir wieder Zeit, wirklich kreativ zu sein, richtige Gespräche zu führen oder Zeit mit meinem Goldlöckchen zu verbringen, ohne nebenbei auf die Uhr zu schielen. Ab heute wird dem Nervenzusammenbruch, dem Burn-out und der Depression der Kampf angesagt. Gleichzeitig werden noch die Langweile und die Überforderung auf die Bank geschickt.

Und hier sind die Regeln:

Ich tue nur noch, was mir Spaß macht. Habe ich keine Lust aufzuräumen, räume ich nicht auf. Habe ich keine Lust den langweiligen Auftrag anzunehmen, obwohl er super bezahlt ist, nehme ich ihn nicht an. Habe ich keine Lust, einen Newsletter an euch rauszuschicken, schicke ich keinen Newsletter an euch raus. Habe ich Lust drei Stunden täglich zu malen, statt den schrecklich langweiligen Artikel zu schreiben, hängt an meiner Wand bestimmt bald ein neues Bild. Habe ich Lust bei Mc Donalds frühstücken zu gehen, bleibt das gesunde Bio Müsli wohl im Schrank und Goldlöckchen kann zum Frühstück schon mal ne Runde Rutschen.

Wann geht’s los?

Heute natürlich!

Wie lang dauert der Selbstverwirklichungs-Spaß?

Einen ganzen Monat.

Was soll der Quatsch bringen?

Einen freien Kopf für Veränderung.

Wo erfahrt ihr wie das Experiment läuft?

Im 2. Teil des Experiments natürlich!

Falls ihr wissen wollt, wie man sich einen schönen Tag macht, lest doch mal in meiner Anleitung.

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