Ok, ich gebe es zu: Ich habe mich jahrelang hinter Leidensgeschichten versteckt und sie zu jeder passenden Gelegenheit rausgekramt, entstaubt und hübsch poliert. Gerade als Alleinerziehende bieten sich unzählige Möglichkeiten dazu. Manchmal habe ich ihnen sogar noch schöne Schleifen verpasst und sie anderen Leuten überreicht. Unnötig zu sagen, dass mir das ganze Jammern und Meckern nicht wirklich viel gebracht hat.

Warum habe ich das trotzdem gemacht?

Ganz einfach: Es ist eine schöne Ausrede. Es liefert dir einen Grund, nicht die volle Verantwortung für dein Leben zu übernehmen. Wenn dein Gegenüber dann noch anerkennend nickt, seufzt und „du Arme“ sagt, hast du die offizielle Erlaubnis hinter deinen eigentlichen Möglichkeiten zurückzubleiben. Dann bist du vielleicht unglücklicher, ärmer, gestresster, genervter oder weniger erfolgreich als du es eigentlich sein könntest, aber (Achtung wichtig!) du kannst ja nicht weil…

Wir suchen und finden gerne Gründe, warum wir nicht erfolgreich oder glücklich sein können. Es nicht zu probieren, ist meistens viel einfacher, als vielleicht zu scheitern.

Gerade als Alleinerziehende wird uns das auch noch furchtbar einfach gemacht. Ständig erscheinen neue Statistiken, Zahlen, Umfragen oder Studien, die belegen, dass Alleinerziehende stärker von Armut, Unzufriedenheit und Burnout betroffen sind, als alle anderen Bevölkerungsschichten. Und was machen wir? Schließen diese Neuigkeiten dankend in unsere Arme.

Ich habe zu jeder Zeit eine ganze Palette an Leidensgeschichten parat gehabt um keine Verantwortung für mein Leben übernehmen zu müssen. Kein Geld, ungewollt schwanger im Studium, keine Zeit, alleinerziehend und überhaupt und überhaupt.

Und das Ende vom Lied? Ich bin mit jedem einzelnen Tag unglücklicher geworden. Meine Jobs wurden immer schrecklicher, frustrierender und waren stets schlecht bezahlt. Mein Goldlöckchen war dauernd bockig und hatte einen Wutanfall nach dem anderen. Und ich bin mit jedem Tag einsamer geworden. Ich hatte plötzlich alles, was ich eigentlich nie wollte aber doch so stetig als Ausrede benutzt habe.

Kreiere eine Heldengeschichte

Um aus diesem Teufelskreis endlich rauszukommen, brauchst du eine neue Geschichte über dich selbst.

Du brauchst eine Heldengeschichte.

Was ist eine Heldengeschichte?

Statt zu sagen „Ich kann nicht weil…“ solltest du sagen „Obwohl die Umstände schwierig waren, habe ich es geschafft!“

Statt zu sagen „Ich habe keinerlei Möglichkeiten XY zu erreichen weil…“ solltest du sagen „Ich baue mir mein Leben/meine Karriere etc. um mein Leben mit meinen Kindern herum“.

Und bevor du jetzt wieder sagst „ja, aber…“: Du kannst das! Ich weiß dass du es kannst, weil ich es kann. Du glaubst mir nicht? Lies hier.

Gib nicht auf

Nach der Elternzeit habe ich erstmal keinen Job gefunden. Meine Ausbildung war zu lange her, mein Studium nicht abgeschlossen und ich hatte ansonsten nur Erfahrung in der Pflege (3-Schicht-System, Feiertage und Wochenenden inklusive). Es war niemand da, der mir mein Goldlöckchen mal abnehmen konnte oder wollte. Nach einem weiteren Jahr voller schlechtbezahlter Helferjobs und ständigen Stress, habe ich mich schließlich nebenbei selbstständig gemacht und angefangen, mir eine Karriere ganz nach meinen Bedürfnissen zu basteln. Und soll ich dir was sagen? Ich hatte einen riesen Schiss! Angst davor zu versagen, nicht gut genug zu sein oder dem Ganzen einfach nicht gewachsen zu sein.

Und trotzdem habe ich nicht aufgegeben. Ich habe neue Dinge gelernt und ausprobiert, habe Auftraggeber verloren oder den Job erst gar nicht bekommen. Ich habe Bücher über Marketing gewälzt, eigene Bücher geschrieben, die sich nicht verkauft haben und Blogbeiträge verfasst, die niemand lesen wollte.

An manchen Tagen hatte ich wieder einen Rückfall, hab mich heulend mit einer Flasche Wein auf die Couch gelegt und mich selbst bemitleidet. Aber ich habe nicht aufgegeben. Ich habe mir jedes Mal wieder den Staub abgeklopft, die Krone gerichtet und habe weiter gemacht. Trotz aller Umstände. Trotz aller Widrigkeiten. Ich habe vormittags als Angestellte gearbeitet, die Nachmittage mit meinem Goldlöckchen verbracht und nachts gearbeitet. Zwischendrin ein bisschen Haushalt. Und ich habe es geschafft. Trotz aller Hindernisse. Ich habe angefangen, meine eigene Geschichte umzuschreiben und mich zum Helden darin zu erklären. Ich bin zwar noch lange nicht fertig mit meiner Heldengeschichte (das bin ich erst, wenn mir die Weltherrschaft gewiss ist), aber ich habe alle Ausreden über Bord geworfen, mich der Verantwortung gestellt und ich weiß (!!!), dass der Erfolg, das Glück und die Liebe nur darauf gewartet haben, sich in meinem Leben breit zu machen. Also, Schluss mit den Ausreden und ran an die Heldengeschichte!

Wenn du bereits der Held in deiner Geschichte bist, dann nur her damit! Lass uns daran teilhaben und inspirere andere damit!

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