Heute beschäftigt sich Fraumami mit einem Thema, über das immer noch zu wenig gesprochen wird. Kinder sind toll und Kinder sind wunderbar. Aber: Kinder kosten auch eine Menge Kraft und Zeit. Ruhepausen sind rar und meist sind Mütter in ihrem Alltag hauptsächlich mit der Organisation des Tages bzw. der Woche beschäftigt.

Klar ist, beruflich läuft nach der Geburt der Kinder oft alles anders als zuvor. Viele Berufe oder Positionen machen die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu einer Zerreißprobe und zwingen viele Frauen, sich beruflich umzuorientieren oder in weniger qualifizierte Jobs mit besseren Arbeitszeiten zu wechseln.

Gerade Alleinerziehende trifft es oft doppelt hart. Die Finanzen sind knapp, die Zeit knapper und die eigenen Akkus werden zwar schnell leer, aber selten wieder aufgefüllt. Wenn man dann noch unzufrieden im Job ist und sich weiterbilden möchte oder den erlernten Beruf aufgrund der Kinder nicht mehr ausüben kann, stehen viele (alleinerziehende) Mamis vor einem schier unlösbaren Problem. Keine Zeit, kein Geld, keine Kraft.

Aber was tun? Warten bis die Kinder aus dem Haus sind und die eigenen beruflichen Pläne für die nächsten 20 Jahre auf Eis legen? Oder die Betreuungsstunden erhöhen und die Kinder nur noch zum Schlafengehen sehen? Im Alleingang die Fortbildung/das Studium/die Ausbildung meistern und am Ende körperlich und psychisch ebenfalls am Ende sein? Oder einen Helfershilfsjob machen, hinter den eigenen Möglichkeiten zurückbleiben und jeden Tag unzufrieden sein? Keine leichte Entscheidung für die meisten (alleinerziehenden) Frauen.

Frau Dr. Alexandra Widmer von Stark und alleinerziehend hat sich für Fraumami mit diesem Thema beschäftigt und verrät uns ihre Tipps:

Fraumami: Was raten Sie Frauen in so einer schwierigen Lage? Vor allen Dingen Alleinerziehenden, die oftmals ohne Hilfe auskommen müssen.

Dr. Alexandra Widmer: Als Alleinerziehende ist es oft nicht leicht, den bisherigen Beruf auszuüben. Besonders wenn im Schichtdienst gearbeitet wird. Ähnlich ging es mir auch. Als Fachärztin für Neurologie habe ich viele Jahre 24 Stunden Dienste im Krankenhaus gearbeitet. Mit Kindern und dann auch noch alleinerziehend ist das in meinen Augen ziemlich utopisch. Meine Weiterbildung zur ärztlichen Psychotherapeutin hat mir es ermöglicht weiterzuarbeiten.

Doch was braucht man in dieser Situation?

Ich bin fest davon überzeugt, dass man es schafft, wenn man den Mut hat, gedanklich flexibel zu bleiben. Wenn ich starr an meinem damaligen Beruf festgehalten hätte, wäre ich sicher nach kurzer Zeit untergegangen.

Stell dir die Frage, wie du deine aktuellen Fähigkeiten weiterhin einsetzen kannst: In einem anderen Umfeld? Die einzige und wichtigste Sicherheit, die du besitzt, ist nicht mehr das Rentensystem, sondern dein Wissen! Investiere gerade als alleinerziehende Mutter und Frau in dich. Dein Wissen und deine Kompetenz sind es, die früher oder später gefragt sind.

Das Argument, dass es zu viel Kraft kostet und du keine Zeit hast, gilt nicht.

Jeder hat Zeit, täglich 15 Minuten in seine Weiterbildung zu investieren. Natürlich dauert dann alles länger, aber besser so, als 15 Minuten länger ohne Sinn zu surfen oder TV zu schauen.

Wenn du wirklich etwas tust, was dich begeistert, dann werden dich diese 15 Minuten keine Kraft kosten, sondern dir um ein vielfaches mehr an Kraft geben.

 Und wenn dein Akku als alleinerziehende Mutter wirklich am Ende ist, dann hole dir in erster Linie professionelle Hilfe von einem Berater, Arzt, Therapeut oder Coach.

Denn deine Gesundheit ist die Basis für alles. Für dein Kind und dich.

Mehr zu diesem Thema wirst du in meinem Buch ab Ende Juni zu lesen finden.

Ich wünsche dir alles Gute auf deinem Weg. Wenn es dir gut geht, geht es auch deinem Kind gut

 

 

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