Nachdem die ersten zwei Tage in Bangkok wie im Flug vergangen sind, sitzen wir jetzt bereits im Nachtzug nach Koh Phangan.

Hier kannst du nachlesen, wie spannend die ersten zwei Tage Bangkok waren.

Um uns herum tummeln sich Chinesen und Thais, die dem Goldlöckchen nicht widerstehen können und ihr alle 2 Sekunden lächelnd über den Kopf streicheln. Der transsexuelle Zugbegleiter spielt Musik aus seinem Handy und tanzt mit Goldlöckchen auf dem Gang, während ich versuche, mich ein wenig frisch zu machen. Gegen 22 Uhr bestelle ich uns dann noch einen Mitternachtssnack, den wir auf unserem Zugbett verspeisen. Alle Warnungen und Ermahnungen, Kabelbinder und ein Seil für den Rucksack mitzunehmen, niemandem zu trauen und nicht Zug zufahren, haben sich als absolut lächerlich erwiesen.

Es ist bequem und komfortabel und das, obwohl wir in der 2. Klasse reisen und uns ein Bett teilen.

Die Menschen nicken uns freundlich zu, schenken uns Kekse und passen bereitwillig auf Goldlöckchen auf, wenn Fraumami mal auf die Toilette muss.

Nach der langen Zugreise wartet in Surat Thani ein voller Bus mit laut brüllenden, schubsenden und ungeduldigen Veranstaltern. Wir finden einen Platz hinter einem deutschen Pärchen, das nach Koh Samui will. Die Busfahrt verschlafen wir fast komplett, dafür wird uns bei der 2,5 stündigen Fährenfahrt schlecht. Goldlöckchen sieht mich mit großen Augen an und erbricht sich. Natürlich auf ihre letzten sauberen Sachen und unseren Rucksack.

Falls es dir nicht wie mir gehen soll, habe ich hier eine Packliste zusammengestellt.

Würgend, versuche ich nicht in Tränen auszubrechen. Die Fähre schaukelt und schaukelt, Land ist nicht in Sicht und die letzten Taschentücher, habe ich für unseren Schnupfen verbraucht. Plötzlich tippt mich ein kleiner 2 jähriger Thaijunge an und reicht mir eine Rolle Toilettenpapier. Die Mutter des Jungen winkt, während sie ihr Baby stillt. Dankbar wische ich den Rucksack und Goldlöckchens Sitzplatz ab, krame ihren Schlafanzug hervor und knote die nassen Sachen an den Rucksack.

Als wir schließlich endlich in Koh Phangan ankommen, weigern sich die Taxifahrer, uns zu unserem Resort zu fahren. „Zu weit weg“, meinen sie und schütteln den Kopf.

Nur nicht weinen, denke ich mir und stapfe einfach weiter.

Dort werde ich plötzlich von Fahrern umringt, die mir allesamt überteuerte Preise machen. Viel zu müde zum Handeln willige ich beim ersten Angebot ein. Die Vermittlerin lotst uns zu einem Taxi mit offener Ladefläche und zwei Bänken darauf. Hupende Rollerfahrer überholen uns und winken, obwohl das Taxi bereits mindestens mit 80 Kmh fährt. Die ersten Minuten bin ich panisch, klammere mich an einer Stange fest, halte mit der anderen Hand das Goldlöckchen und versuche mit den Füßen den Rucksack am Rausfallen zu hindern. Das Taxi fährt den kurvigen Weg durch den Dschungel, Berg hoch und wieder runter. Inzwischen ist mir alles egal, ich will nur endlich ankommen. Es geht vorbei an Elefanten, liegengebliebenen Rollern und umgestürzten Bäumen. Als das Taxi endlich stoppt, habe ich beim Aussteigen Tränen in den Augen und komme mir dumm vor. Ein paar andere Touristen nicken mir mitfühlend zu.

Das Resort war die lange Reise allerdings mehr als wert. Das Gelände besteht aus kleinen Holzhütten, die umgeben von Bäumen und Palmen sind. Das hauseigene Restaurant befindet sich direkt am weißen Sandstrand und neben dem Pool. Perfekt also. Unsere Hütte hat nur ein Bett und es gibt nur kaltes Wasser, trotzdem fühle ich mich auf Anhieb wohl.

Wie auf ein Zeichen regnet es plötzlich wie aus Kübeln, trotzdem genießen wir unsere Ankunft und lassen uns nicht aus dem Pool vertreiben. Goldlöckchen gluckst und freut sich und so ist die lange Anreise schnell vergessen.

Die nächsten Tage verbringen wir zwischen Pool, dem Meer, dem Restaurant und den nahegelegenen Geschäften. Goldlöckchen findet schnell neue Freunde. Und auch, wenn die Mädchen nicht die selbe Sprache sprechen, sind sie schnell unzertrennlich. Gott sei Dank hat sogar Fraumami etwas von dieser neuen Freundschaft, da die Eltern der Mädchen wirklich nett und offen sind. Von einer Thailänderin, die hier ebenfalls Urlaub macht, werden wir spontan fürs nächste Jahr nach Chiang Mai eingeladen. Und trotzdem fühle ich mich an manchen Abenden irgendwie einsam. Ich bin die einzige Alleinreisende mit Kind, ansonsten tummeln sich hier nur Familien. Gerade abends, wenn Goldlöckchen schläft und ich in der Hängematte ein Buch lese, vermisse ich jemanden an meiner Seite, der unser kleines Abenteuer mit uns teilt. Trotzdem nimmt in meinem Kopf schon die nächste Reise Gestalt an.

Zu Goldlöckchens großer Freude, gibt es hier Hunde en masse. Ein alter Hund aus dem Resort, Nikola, wird kurzerhand von Goldlöckchen adoptiert und zu ihrem neuen besten Hundefreund ernannt. Bei jeder Gelegenheit streichelt und tätschelt sie die alte Hundedame.

Die Angestellten des Resorts sind so herzlich, wie ich es selten erlebt habe. In ihren Pausen spielen und toben sie ganz selbstverständlich mit den Kindern am Strand, bauen Sandburgen oder spielen Ball.

Als wir nach einigen Tagen bereits wieder Abschied nehmen müssen, da das Resort ausgebucht ist, gehen wir mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Wir haben noch zwei Nächte auf Koh Phangan, bevor es weiter nach Chiang Mai geht. Das neue Hotel ist mehr eine Ferienwohnung und gefällt uns erstmal nicht wirklich. Nachdem wir fast eine halbe Stunde an der „Rezeption“ gewartet haben, kommt ein russisches Ehepaar auf uns zu und erklärt uns, dass wir den Vermieter erst anrufen müssen. Nach zehn gescheiterten Versuchen und weiteren 45 min steht er dann endlich vor uns. Ein braungebrannter charmanter Franzose.

In unserer Ferienwohnung sind wir auch nicht allein, wir teilen Tisch und Bett mit einer ganzen Kolonie Ameisen.

Nebenan lebt ein deutscher Aussteiger, der sich selbst auf ein Bier einlädt, um mir ausführlich von dem korrupten System in Deutschland zu berichten.

Der Strand ist klein und das Meer auf dieser Seite unruhig, dennoch genießen wir die letzten Tage mit Schwimmen. Ich erzähle Conni-Geschichten und den Filminhalt der Eiskönigin, bis mein Mund ganz trocken ist. Abends laufen wir die lange Hauptstraße auf der Suche nach geeignetem Essen für Goldlöckchen auf und ab. Die klammert sich stets an meinen Arm und versichert mir, dass sie gerade verhungert. Spätestens bei der Nachspeise ist aber dann alles wieder gut. Und so geht auch unsere Zeit auf Koh Phangan langsam zu Ende und die Reise nach Chiang Mai steht bevor.

Und so geht unser Abenteuer weiter.

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